Morningstar Rating Analyse: Die Bilanz der größten Fondshäuser

Im ersten Teil der Morningstar Rating Analyse stehen die großen Fondsanbieter in Europa im Vordergrund. Korrektur im vierten Quartal hinterlässt Spuren beim verwalteten Vermögen. Unverändert große Qualitätsunterschiede zwischen den großen Gesellschaften.

Ali Masarwah 04.02.2019

Wir starten unsere Auswertung mit dem Ranking der größten Fondsanbieter in Europa. Die untere Tabelle umfasst die größten 20 Anbieter von Publikumsfonds ex ETFs. Sortierkriterium ist dabei nicht das gesamte verwaltete Vermögen eines Anbieters, sondern das Fondsvermögen per Ende Dezember 2018, das über ein Morningstar Sterne Rating verfügt. (Die Online-Zusammenfassung beschränkt sich auf die 20 größten Anbieter; in der vollständigen englischsprachigen Version unserer Untersuchung findet sich eine Auflistung der größten 50 Anbieter).

So lesen Sie die untere Tabelle: Neben dem Namen des Anbieters finden Sie das bewertete Fondsvermögen. In der Spalte weiter rechts befindet sich das durchschnittliche Morningstar Sterne Rating ("Equal Weighted Rating"). Hier sind die Fonds-Bewertungen gleichgewichtet. Die fünf Spalten zur rechten Seite zeigen die vermögensgewichtete Bilanz ("Asset Weighted Rating) nach den Asset-Klassen Aktien, Bonds und Mischfonds. Die äußerste rechte Spalte zeigt - wiederum volumengewichtet - den Anteil an Vier- und Fünf-Sterne-Fonds an den bewerteten Fonds eines Anbieters.   

Bewertete Vermögen sackt ab per Ende 2018

Am auffälligsten ist, dass sich die bewerteten Vermögenswerte der großen Anbieter im vierten Quartal gegenüber dem dritten Quartal deutlich reduziert haben. Die Auswertung per Ende des vergangenen Jahres ergibt bei den großen 20 Anbieter ein Vermögen mit Sterne Rating in Höhe von insgesamt 2,236 Billionen Euro nach 2,401 Billionen Euro per Ende September. Per Ende Dezember lag das Vermögen der großen 20 Anbieter sogar bei 2,439 Billionen Euro. Die Korrektur sowohl an den Aktien- wie auch an vielen Rentenmärkten hat also Spuren hinterlassen. 

Während alle großen 20 Häuser gegenüber Ende September ein geringeres verwaltetes Vermögen aufwiesen, sieht die Bilanz der letzten zwölf Monate nicht schlecht aus; das Vermögen vieler Anbieter hielt sich gegenüber Ende 2017 erstaunlich stabil, was auf die per Saldo positive Auswirkung des Neugeschäfts zurückgeht. Die Schweizer UBS etwa hatte so gut wie keinen Rückgang beim bewerteten Vermögen zu verzeichnen; Union Investment konnte das verwaltete Vermögen in den vergangenen zwölf Monaten sogar deutlich steigern. Die Branche befindet sich also in einer unverändert robusten Verfassung.

Rangfolge weist nur wenige Veränderungen gegenüber dem dritten Quartal auf 

Die Auswertung per Ende 2018 weist mit Blick auf die Rangfolge der großen Anbieter nur wenige Verschiebungen gegenüber dem Vorquartalsniveau auf. So blieb BlackRock der mit Abstand größte Anbieter von Publikumsfonds ex ETFs. Allerdings belief sich das bewertete Fondsvermögen per Ende Dezember auf 225 Milliarden Euro nach 251 Milliarden Euro per Ende September. Ein Jahr zuvor, also per Ende 2017, hatte das mit Ratings versehene Fondsvermögen von BlackRock noch bei 262 Milliarden Euro gelegen. Das geratete Vermögen von Amundi sank von 209 Milliarden Euro per Ende 2017 auf nunmehr 176 Milliarden Euro. 

Unter den größten 20 Anbietern gab es gegenüber dem Vorquartal folgende Veränderungen bei der Rangfolge: Die DWS belegte nur noch Rang vier nach Rang fünf per Ende September und tauschte damit mit Fidelity die Plätze. Die Publikumsfonds (ex ETFs) von Vanguard bringen es auf 104 Milliarden Euro nach 106 Milliarden Euro per Ende des Vorquartals. Diese relativ stabile Entwicklung bedingt einen Sprung von Platz zwölf auf Rang zehn. 

Die größte Veränderung unter den Top 20 ergab sich bei Invesco; das US-Haus belegte per Ende 2018 Rang 19 nach Rang 15 per Ende September. Das Vermögen mit Ratings sank deutlich, und zwar von 96 Milliarden Euro auf 74 Milliarden Euro.

Kommen wir zur Fondsqualität der größten fünf Anbieter. Mit einem einfach gewichteten Durchschnitts-Rating kommt Fidelity auf 3,66 Sterne (Vorquartal: 3,58 Sterne), gefolgt von der UBS mit 3,47 Sternen (3,4) und BlackRock (ex iShares) mit 3,44 Sternen (3,46). Der zweitgrößte Anbieter in unserem Ranking, Amundi, kommt nur auf ein unterdurchschnittliches Rating von 2,91 Sternen. Die Bilanz bestätigt einmal mehr, dass die größten Fondsanbieter nicht die besten Fonds haben.

Tabelle: Die größten 20 Publikumsfondsanbieter und ihre Fonds-Ratings 

Daten per 31.12.2018, Quelle: Morningstar Direct

Die Vollversion unserer aktuellen Rating Analyse lesen Sie in englischer Sprache hier.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick erhalten Sie wie folgt:  

Einführung in die Morningstar Rating Analyse für Fonds in Europa 

Bilanz der größten europäischen Fondsanbieter (ex ETFs) 

Bilanz der größten europäischen ETF-Anbieter

Bilanz der besten großen europäischen Fondsanbieter (ex ETFs) 

Bilanz der besten kleinen europäischen Fondsanbieter (ex ETFs)

Bilanz der besten europäischen Fondsstandorte

Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.