Es gibt zwischenzeitlich technische Probleme bei der Nutzerregistrierung. Wir bedanken uns für Ihre Geduld, während wir das Problem beheben.

Was ist ein Robo-Advisor - und brauche ich einen?

Ein Robo-Advisor ist eine Option zwischen einem No-Advice-Ansatz und einem Finanzberater. Ob Sie einen benötigen oder nicht, hängt von Ihrem Anlageprofil und Ihren Bedürfnissen ab.

Francesco Lavecchia 22.08.2022
Facebook Twitter LinkedIn

Robot Arms Raised 

Sollten Sie alle Ihre Investitionen selbst tätigen? Oder sollten Sie jemanden dafür bezahlen? Traditionell waren dies die beiden Optionen, die Kleinanlegern zur Verfügung standen. Bei der ersten Option wird davon ausgegangen, dass Sie über das Fachwissen, die Fähigkeiten und die (Weiter-)Bildung verfügen, um erfolgreich selbst zu investieren. Für die zweite Option benötigen Sie die finanziellen Ressourcen (und die Verpflichtungskapazität), um einen Berater oder eine Beraterin zu bezahlen und mit ihm oder ihr zusammenzuarbeiten.

Aber was ist, wenn Sie einige Fachkenntnisse und Kenntnisse haben, aber nicht genug Geld, um einen Berater zu bezahlen? Bis vor einem Jahrzehnt bestand Ihre einzige Möglichkeit darin, entweder Ihre Fähigkeiten aufzubauen oder zu sparen, bis Sie sich einen Berater leisten konnten. Nicht mehr.

In vielen Märkten gibt es jetzt eine dritte Option, die irgendwo zwischen einem von einer Do-it-yourself-Handelsplattform gesteuerten Portfolio und einem personalisierten Vermögensverwaltungsteam angesiedelt ist: das ist ein Robo-Berater.

 

Robo-Advisors: digitale Plattformen

Robo-Advisors sind digitale Plattformen, die Computeralgorithmen verwenden, um automatisierte Portfolios mit einem gezielten Risikoniveau aufzubauen. Die meisten von ihnen bieten Anlegern auch digitale Anlageberatung an, oft zu einem Bruchteil der Kosten eines Full-Service-Finanzberaters.

Robo-Advisor bitten Sie zunächst, einen einfachen Fragebogen auszufüllen, der darauf abzielt, Ihre Anlageziele, Ihren Zeithorizont und Ihre Risikotoleranz zu verstehen. (Sie können hier ein Beispiel für einen Risikotoleranz-Fragebogen sehen – dies ist ein von Morningstar entwickelter Fragebogen für in den USA ansässige Anleger.) Sobald Sie den Fragebogen ausgefüllt haben, wird ein Robo-Advisor Ihre Antworten einem Anlageportfolio zuordnen, das Ihren Bedürfnissen am besten entspricht . Die angebotenen Portfolios bestehen in der Regel aus günstigen, passiv gemanagten Fonds.

 

Wie funktionieren Robo-Advisors?

Robo-Berater haben niedrigere Gebühren und verlangen niedrige Mindestinvestitionen, sodass Sie nicht viel Bargeld zur Hand haben müssen, um Ihre Investitionsreise zu beginnen. Sie können ein Konto für 5.000 Euro oder weniger eröffnen. Das bedeutet, dass Sie es selbst dann, wenn Sie ein neuer Investor sind oder ein kleines Guthaben haben, sehr attraktiv finden dürften.

Digitale Beratung ist billiger im Vergleich zu dem, was ein echter Berater verlangen würde. Morningstar hat mehr als ein Dutzend Robo-Advisor befragt und festgestellt, dass die durchschnittliche Beratungsgebühr bei 0,30% des Vermögens pro Jahr liegt. Ein traditioneller Finanzberater berechnet in der Regel 1%. Wenn Sie also ein Portfolio von 500.000 Euro haben, zahlen Sie bei einem traditionellen Berater 5.000 Euro pro Jahr, während Sie ein Robo-Advisor 1.500 Euro pro Jahr kostet.

Übrigens ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Kosten dieser Plattformen von Variablen wie der Art der von Ihnen gewählten Dienstleistungen und der Höhe der Summe, die Sie investieren, abhängen.

Robo-Berater leiten jüngere Kunden oder aggressivere Anleger in der Regel zu Portfolios mit einem höheren Anteil an Aktien oder anderen volatilen Vermögenswerten, und sie empfehlen älteren oder konservativeren Anlegern Portfolios mit einem höheren Anteil an Anleihen oder weniger volatilen Vermögenswerten. Der Grad der personalisierten Finanzplanung steigt mit dem Übergang von der digitalen Beratung zur traditionellen Beratung.

 

Passt ein Robo-Advisor zu mir?

Robo-Advisors können für einige Anleger eine gute Option sein, aber sie sind nicht für jeden geeignet. Hier sind einige Fälle, in denen ein Robo-Advisor für Sie möglicherweise nicht funktioniert:

  • Wenn Sie ein niedriges Risikoprofil haben, nicht autonom investieren können und nicht besonders an automatisierte Lösungen gewöhnt sind und Ihr Ziel zudem darin besteht, das Kapital durch einen sicheren und transparenten Service zu erhalten, dann ist ein traditionelles Geschäftsmodell und eine Interaktion mit einem menschlichern Berater besser für Ihre Bedürfnisse geeignet.
  • Wenn Sie ein niedriges bis mittleres Risikoprofil haben, Ihr Kapital langfristig vermehren möchten und Sie die Kontrolle über Ihre Investitionen behalten möchten, sich aber dennoch nicht sicher fühlen, ohne den Rat eines Experten zu investieren, dann kann ein fortschrittlicher Robo-Advisor Ihre Wahl sein. Viele Plattformen haben in der Tat versucht, die Lücke zwischen digitaler und menschlicher Anlageberatung zu schließen, indem sie Echtzeit-Verhaltensratgeber per Textnachricht oder E-Mail integriert haben, um die Benutzer zu ermutigen, an ihren Anlageplänen festzuhalten und weiterhin die erforderlichen Schritte zu unternehmen, um ihre Ziele zu erreichen.
  • Wenn Sie aber ein höheres Risikoprofil haben, gerne Zeit mit der Verwaltung Ihrer Anlagen verbringen und ohne externe Beratung investieren möchten, dann werden Sie mit dem traditionellen System nicht zufrieden sein und könnten daran interessiert sein, innovative Verwaltungslösungen wie ein Robo-Berater zu nutzen. Dies ist sehr verbreitet bei jüngeren Generationen, die mit dem Internet und den sozialen Medien aufgewachsen sind und es vielleicht vorziehen, sich nicht persönlich zu treffen. Um den Vorlieben junger und technisch versierter Anleger gerecht zu werden, haben einige Plattformen ihre Angebote darauf zugeschnitten, die technischen Fähigkeiten zu maximieren und die menschliche Interaktion zu minimieren.

 

 

 

 

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unsere kostenfreien Newsletter

Facebook Twitter LinkedIn

Über den Autor

Francesco Lavecchia

Francesco Lavecchia  è Research Editor di Morningstar in Italia