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Die besten und schlechtesten ETFs im Februar

Kryptowährungen, Weizen und Gold standen im letzten Monat ganz oben auf der Liste der erfolgreichsten Performer. Andererseits sorgte der Konflikt in der Ukraine dafür, dass Aktien aus Russland und europäischen Schwellenländern abstürzten.

Valerio Baselli 07.03.2022
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Laut Morningstar lagen im Februar rund 139 Prozentpunkte zwischen den besten und den schlechtesten börsengehandelten Produkten (ETPs) Europas, wobei die Renditen von +66,3% bis -72,7% reichten.

Wir haben uns die wichtigsten Trends angeschaut und dabei inverse und gehebelte Fonds ausgeklammert. Als rein passive Produkte spiegeln die Instrumente die Entwicklung der Märkte ohne die (gute oder schlechte) Voreingenommenheit aktiver Manager wider.

 

Die Spitzenreiter

Angeführt werden die Top 20 ETPs im Februar vom 21Shares Terra ETP (LUNA), das am 12. Januar an der SIX Swiss Exchange in Schweizer Franken, Euro und US-Dollar gelistet wurde. Terra wurde 2018 gegründet und ist ein Blockchain-Protokoll, das Stablecoins auf Fiat-Basis verwendet, um preisstabile globale Zahlungssysteme zu betreiben. Das Ökosystem umfasst eine dezentrale Finanzinfrastruktur (DeFi), Finanzanwendungen und NFT-Lösungen. Als in der letzten Februarwoche der Krieg in der Ukraine begann, stieg der Wert des Tokens dramatisch an. Eine mögliche Erklärung ist das wachsende Interesse von Kryptoanlegern an Stablecoins in einer Zeit extremer Unsicherheit an den globalen Märkten.

Darüber hinaus bewirkte der Ausbruch des Krieges, dass Kryptos und digitale Vermögenswerte im Allgemeinen auf beiden Seiten eine zentrale Rolle in geopolitischen Fragen spielen. "Der Silberstreif am Horizont ist die beispiellose weltweite Finanzhilfe für die ukrainische Regierung durch Kryptozahlungen, hauptsächlich Bitcoin und Ether", schreibt Eliézer Ndinga, Director of Research bei 21Shares, in seinem Monatsbericht. "Laut Elliptic haben die ukrainische Regierung und NGOs, die das Militär unterstützen, seit Beginn der russischen Invasion USD 24,6 Millionen durch mehr als 26.000 Kryptoasset-Spenden gesammelt."

Umgekehrt standen Kryptowährungen auch auf russischer Seite im Fokus. Am 8. Februar stimmte Russland zu, bestehende Gesetze zu ändern, um Kryptogeld als eine Form von Währung anzuerkennen. "Die Vereinbarung ist eine Kehrtwende um 180 Grad gegenüber dem Vorschlag der Bank von Russland, Miner und andere Krypto-Operationen zu verbieten aus Sorge, sie könnten das Finanzsystem des Landes gefährden. Ironischerweise scheint Krypto beiden Seiten des Konflikts zu helfen, was beweist, dass Kryptowährungen in ihrer DNA keine Voreingenommenheiten haben, sondern vielmehr auf einer neutralen Technologie aufbauen", sagt Ndinga. Anders als weithin erwartet, wird Russland höchstwahrscheinlich auf CBDCs zurückgreifen, um den Sanktionen zu entgehen, die es seit der Invasion auferlegt bekam. CBDCs wären für Regierungen wie Russland sinnvoller, weil sie leicht zu kontrollieren und zu überwachen sind, im Gegensatz zu verteilten Krypto-Assets, die vollständig zurückverfolgt werden können.

Eine weitere direkte Folge des Krieges ist der Anstieg des Weizenpreises, weil die Ukraine und Russland rund 30% des weltweit gehandelten Weizens produzieren. Aufgrund der zunehmenden Besorgnis über eine Verknappung des Angebots und steigender Preise für Lebensmittel wegen des Konflikts haben die Weizenpreise Rekordhöhen erreicht. In der Folge legte etwa der WisdomTree Wheat ETC (WEAT) im Februar um 21,4% zu.

Und schließlich zählen wir nicht weniger als acht Tracker, die auf unterschiedliche Weise in Goldminenunternehmen engagiert sind. Letzten Monat stieg der VanEck Gold Miners UCITS ETF (GDGB) um 14%. Das gelbe Metall, das in unsicheren Zeiten immer schon als sicherer Hafen galt, stieg gleich in den ersten Tagen des Konflikts auf den höchsten Stand seit August 2020 und überschritt die Marke von USD 1.961 pro Unze, bevor es den Monat bei rund USD 1.910 beendete, im Vergleich zu USD 1.798 Ende Januar.

Die Gewinner

 

Die Nachzügler

Wenig überraschend dominierten im Gegensatz dazu russische Aktien die Liste der ETFs mit den größten Verlusten. Der iShares MSCI Russia ADR/GDR ETF (CSRU) büßte 73% ein. Dieser Tracker investiert vor allem in Wertpapiere russischer Unternehmen, die an ausländischen Börsen notiert sind: Zu den Indexbestandteilen gehören American Depositary Receipts (ADRs) der Stufen II und III, die an der New York Stock Exchange oder der NASDAQ gelistet sind, sowie Global Depositary Receipts (GDRs) und ADRs, die an der London Stock Exchange gehandelt werden. Zur Erinnerung: Die Moskauer Börse ist seit dem 28. Februar geschlossen. Zur gleichen Zeit verlor der HSBC MSCI Russia Capped UCITS ETF (HRUD) 53%. ETFs für europäische Schwellenländer waren ebenfalls stark betroffen.

"In der jüngeren Vergangenheit waren geopolitische Krisen in der Regel von kurzer Dauer und boten Anlegern nach einem anfänglichen Ausverkauf Kaufgelegenheiten. Es ist verlockend, ein ähnliches Muster im Russland-Ukraine-Konflikt zu sehen, was erklären würde, warum die Märkte nach dem ersten Schock, als Russland am 24. Februar seinen unerwarteten, groß angelegten Einmarsch in die Ukraine startete, eine Achterbahnfahrt durchliefen und bei jeder vermeintlichen positiven Entwicklung eine schnelle Erholung erwarteten. Jetzt ist jedoch nicht der richtige Zeitpunkt, um selbstzufrieden zu sein und sich zu sehr von kurzfristigen Nachrichten leiten zu lassen, bis sich ein klareres Bild von der Entwicklung des Konflikts ergibt", sagt Pascal Blanqué, Vorsitzender des Amundi-Instituts.

Vor allem aber sollten die Anleger bedenken, dass wir nicht in normalen Zeiten leben. Wir befinden uns mitten in einem Regimewechsel, der durch beispiellose inflationäre Kräfte gekennzeichnet ist, die es in den letzten fünf Jahrzehnten nicht gegeben hat. "Wir bewegen uns auf etwas zu, das ich den Weg zurück in die 1970er Jahre nenne", erklärt Blanqué. "Er wird mit einer harten Neuordnung der geopolitischen Ordnung einhergehen (was eine stärkere Fragmentierung bedeutet), mit dem endgültigen Tod der Globalisierung und dem Aufkommen einer Regionalisierung, die sich auf neue globale Mächte konzentriert".

Die Anleger sollten äußerste Vorsicht walten lassen. Jeder Versuch, "Einstiegspunkte" zu finden, muss sorgfältig durchdacht werden. "Anleger sollten das Zielgleichgewicht für Risikoprämien unter dem neuen Regime bedenken. Davon sind wir zum jetzigen Zeitpunkt in vielen Marktsegmenten noch weit entfernt, da die Neubewertung und Neuordnung noch weiter gehen müssen", schließt er.

Die Nachzügler

 

Die Größten

Monatliche Top- und Flop-Performer sind häufig sehr volatile und daher riskante Produkte, die nur eine Beimischung in Ihrem Portfolio sein sollten. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der – in Bezug auf das Vermögen – größten in Europa domizilierten ETPs, die eher zu den Kernbeständen gehören sollten. Die Wertentwicklung im Februar 2022 reicht von einem Plus von 6,17% beim Invesco Physical Gold ETC (SGLD) bis hin zum Xtrackers Euro Stoxx 50 UCITS ETF 1D (XESX), der 5,91% verlor.

Die Größten

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Über den Autor

Valerio Baselli

Valerio Baselli  ist Redakteur bei Morningstar.