Interview: Anleger sollten einfach mit dem Markt gehen

Prof. Martin Weber, Erfinder des Arero Weltfonds, im Gespräch über seine Anlageheuristiken, Faktor-Investments, und warum imperfekte Investoren und effiziente Märkte kein Widerspruch sind. 

Ali Masarwah 12.12.2019

Er gilt als Pionier des Evidenz-basierten Investierens in Deutschland: Prof. Martin Weber von der Uni Mannheim. Er wagte mit einem kleinen Team von jungen Wissenschaftlern im Jahr 2008 den mutigen Schritt und lancierte einen Fonds, in dem seine Forschungserkenntnisse gebündelt wurden. Es ging ihm darum zu beweisen, dass man unter Einhaltung einfacher Regeln in der Welt der Vermögensverwaltung weit kommen kann. Die gedanklichen Grundlagen des „Arero Weltfonds: günstige Kosten, breite Diversifikation, gleichermaßen intuitiv erfassbare wie ökonomisch nachvollziehbare Investment-Thesen, die passiv umgesetzt werden können. Nach gut zehn Jahren lautet die Diagnose: Experiment geglückt: Die Rendite-Bilanz des aktienlastigen Mischfonds, der seit geraumer Zeit das Morningstar Analyst Rating „Bronze“ hält, sieht im Vergleich zur Bilanz vieler aktiv verwalteter Fonds ordentlich aus. Jüngst hat das Vermögen des Arero Weltfonds die Eine-Milliarde-Euro-Grenze überschritten, was auch bemerkenswert ist, da der Fonds ohne Vertrieb, Kickbacks und mit nur rudimentärem Marketing auskommt. Ein Gespräch mit Prof. Weber über wissenschaftlich geleitete Fragestellungen und deren Umsetzung in Fondsstrategien - und wie Märkte trotz unserer Imperfektion als Anleger dennoch effizient sein können. 

Herr Professor Weber. Das Vermögen im Arero Weltfonds hat vor wenigen Tagen die Eine-Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Das ist das Geld von Privatanlegern, viele von denen dürften Sparpläne eingerichtet haben. Hatten Sie diesen Run, diesen riesigen Zuspruch zum Start 2008 erwartet?

Nein, das hatten wir damals nicht im Blick. Der Median der Fonds in Deutschland verwaltet etwa 150 Millionen Euro. Sehr viele Fonds kommen da nicht hin und werden nach wenigen Jahren mangels Masse vom Markt genommen. Für uns stand am Anfang die Frage im Vordergrund, ob da überhaupt Geld reinkommen würde. Wir haben ja keinen Vertrieb, wir zahlen keine Kickbacks, und das Marketing machen wir über Veranstaltungen, Publikationen und Newsletter. Insofern ging es uns erst einmal darum, irgendwie diese erste Hürde, die 100 Millionen Euro, diese magische Zahl, zu erreichen.

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Über den Autor

Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.

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