Bayer: Langfristiger Ausblick unverändert

Die Börse nimmt das Ergebnis von Bayer insbesondere in der Pharma-Sparte nicht gut auf. Die Aktie rauschte nach den Quartalszahlen in den Keller. Laut Morningstar-Analyst Damien Conover belasten zwar die fallenden Glyphosat-Preise das Ergebnis, doch der langfristige Ausblick ist unverändert. 

Antje Schiffler 12.05.2023
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BayerDie Bayer AG (BAYN) hat im 1. Quartal 2023 weniger verdient als erwartet. Der Preisverfall bei Glyphosat belastete das Kernergebnis je Aktie (-16 %). "Obwohl wir dies in unserem langfristigen Ausblick bereits weitgehend berücksichtigt hatten und keine größeren Änderungen der Fair Value-Schätzung erwarten, dürfte dieser Gegenwind die Aktie unter Druck setzen. Da die Produktion von preisgünstigerem Glyphosat der Konkurrenz auf den Markt zurückkehrt, gehen wir davon aus, dass 2023 ein normalisiertes Basisjahr für Herbizide auf Glyphosatbasis von Bayer sein wird (Rückgang um 50 % im Quartal)", kommentiert e Damien Conover, Sector Director bei Morningstar. 

Der scheidende Bayer-Chef Werner Baumann bestätigte bei der Präsentation der Ergebnisse am Donnerstag zwar die Jahresziele, verwies aber auf die Risiken durch die fallenden Preise für den Unkrautvernichter.

"Abgesehen vom Gegenwind durch Glyphosat verzeichneten die übrigen Produkte gemischte Ergebnisse, aber wir erwarten eine Verbesserung im Laufe des Jahres", so Conover.

Die Preisgestaltung war bei den Crop-Science-Produkten ohne Glyphosat relativ stark, ein Trend, der sich unserer Ansicht nach fortsetzen wird. Wegen der Inflation dürften die Vorteile hieraus für die Margen allerdings geringer ausfallen.

Bei den Arzneimitteln tragen Neueinführungen (das Krebsmedikament Nubeqa mit einem Anstieg von 131% und das Herz-Kreislauf-Medikament Kerendia mit einem Anstieg von 362%) dazu bei, die Rückgänge bei den reiferen Medikamenten auszugleichen - ein Trend, der sich nach unserer Einschätzung in den nächsten Jahren fortsetzen dürfte. 

Auch der Druck durch COVID-19 in China drückte auf die Medikamentenumsätze, aber wir erwarten, dass sich dies im Laufe des Jahres umkehren wird, da die Auswirkungen der Pandemie zurückgehen dürften. "Das Augenarzneimittel Eylea verzeichnete im Berichtsquartal einen Zuwachs von 5 %, obwohl die Konkurrenz durch Vabysmo von Roche zunahm. Bayer hat zwar eine hochdosierte Version von Eylea eingereicht, die in der Dosierung mit Vabysmo konkurrenzfähiger sein dürfte, doch erwarten wir bis 2026 in den meisten internationalen Märkten Druck durch Biosimilars auf alle Formen von Eylea", so Conover. 

Was die Pipeline betrifft, so macht Bayer (Wide Moat) weiterhin Fortschritte, aber wir erwarten, dass die Entwicklung neuer Produkte unter dem neuen CEO Bill Anderson aufgrund seiner Erfahrungen mit der innovativen Kultur bei Roche beschleunigt wird. Die Innovations-Pipeline des Unternehmens ist weiterhin stark genug, um den Wettbewerbsvorteil des Unternehmens zu stützen.

Die Bayer-Aktie war am Donnerstag nach Veröffentlichung der Quartalszahlen in den Keller gerutscht. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) brach zum Jahresstart bei einem nur leichten Umsatzrückgang um gut ein Fünftel auf 1,1 Milliarden Euro ein, berichtet die Nachrichtenagentur awp. Bayer musste bei Xarelto, einem Blutgerinnungshemmer, und beim Herzmittel Adalat im Zuge staatlicher Preisausschreibungen für Medikamente in China deutliche Einbußen hinnehmen. 

Der Konzernumsatz belief sich im 1. Quartal 2023 auf 14,389 Milliarden Euro – währungs- und portfoliobereinigt ein Minus von 1,1 %. Das Ebitda ging um 14,9 % auf 4,471 Milliarden Euro zurück. Beides lag unter Vara-Konsensschätzungen. Die Ebitda-Marge lag bei 31,1 %. 

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Über den Autor

Antje Schiffler  ist Redakteurin bei Morningstar in Frankfurt.