Dramatische Unterschiede: Aktienfonds weltweit

Naturgemäß schwankt die Wertentwicklung von Fonds zu Fonds. Verschiedene Anlagekonzepte sorgen für Plus oder Minus im Depot. Doch die hohen Verluste, die einige globale Produkte aufweisen, lassen Anleger am Können des Fondsmanagers (ver)zweifeln.

Adriaan Bonauer, 12.04.2002
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In der Morningstar Kategorie Aktien weltweit finden sich insgesamt 477 Fonds. Schon ein Blick auf die Performance im laufenden Jahr zeigt, dass nicht alle Strategien der Experten aufgehen: von plus 15 bis minus 17 Prozent reicht die Spanne. Im Durchschnitt haben die Fonds über zwei Prozent verloren.

Am besten konnte sich der Morgan Stanley Sicav Global Brands aufstellen, der zum größten Teil in Großbritannien anlegt. Doch die Aussagekraft kann nicht dauerhaft sein, denn den Global Brands gibt es erst seit Oktober 2000 zu kaufen. Auf der negativen Seite verbucht im laufenden Jahr der Wallrich & Wolf Universal ein Minus von über 17 Prozent. Seine laut Anlageziel möglichen Absicherungsmöglichkeiten konnten ihn nicht retten.

Im Ein-Jahres-Vergleich werden die Unterschiede größer. Während der schlechteste Fonds fast 55 Prozent seiner Einlagen vernichtete, wären mit dem besten Produkt in dieser Zeitspanne über 23 Prozent mehr drin gewesen.
Die 55 Prozent Verlust verbuchte der D&P Welt Portfolio, mit per Ende 2001 nicht einmal vier Millionen Euro unter Vertrag eher ein Zwerg unter den weltweit anlegenden Fonds. Unter den zehn größten Positionen finden sich im vergangenen Dezember zahlreiche Indexzertifikate und Call-Optionsscheine. In den Anlagegrundsätzen ist davon nichts zu lesen.

Ein mit knapp fünf Millionen Euro ebenfalls kleiner Fonds erreichte auf Jahressicht das beste Ergebnis mit 23 Prozent. Der Albrech&Cie Optiselect weist Ende Dezember einen Cashbestand von über 30 Prozent aus. Auch fällt auf, dass hier der Technologie-Sektor lediglich einen verschwindenden Anteil von 0,7 Prozent hat. Und: Er investiert zum weitaus größten Teil in Nebenwerte, große Blue Chips sind kaum vertreten.

Während auf ein Jahr betrachtet der Durchschnitt aller Anlagen bei über minus 7 Prozent liegt, liegt diese Zahl im Drei-Jahres-Vergleich zwar im positiven Bereich, sie fällt jedoch mit 1,7 Prozent recht dürftig aus.
Ein alter Klassiker erreichte hier mit über 60 Prozent Plus das beste Ergebnis: Der Templeton Growth Fund. Der DWS Vermögensbildungsfonds I folgt mit knapp 47 Prozent. Unter den zehn besten liegen zahlreiche alte Bekannte: BB Lingohr Systematic, DWS Intervest und Morgan Stanley Sicav Global Value Equity.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Mit dem UniDynamicFonds: Global A verloren Anleger in den vergangenen drei Jahren fast 53 Prozent.

Fazit:
Bei den stark abweichenden Wertentwicklungen lohnt sich die Frage nach dem Warum. In den meisten Fällen handelt es sich um Fonds, die zu lange oder wieder zu früh auf Wachstumswerte gesetzt haben, die sich einfach nicht besser entwickeln wollten.

Soll ein Fonds nun in schwierigen Zeiten hohe Barbestände aufbauen oder soll er seinem Anlageziel treu bleiben, egal, was an der Börse gerade passiert? In jedem Fall sollte das Anlageziel darüber Auskunft geben.

Bei hohen Cashquoten stellt sich darüber hinaus die Frage, ob der Anleger darüber weiß und ob er damit einverstanden ist. Zahlreiche Sparer verwalten ihre Depots mittlerweile bewusst, indem sie liquide Mittel, Aktien- und Rentenpositionen je nach Marktlage und Risikofreudigkeit selbst gewichten.

Wenn in ein solches Depot ein Produkt gekauft wird, das zum Kaufzeitpunkt eine gängige Quote von einigen Prozenten Bargeld enthält, und diese Zahl aber nach und nach vom Fondsmanager stark erhöht wird, verschieben sich die Gewichtungen im Depot des Anlegers. Er hat dann vielleicht unter dem Strich mehr im kurzfristigen Geldmarktbereich angelegt als im lieb ist.

Eine Lösung des Dilemmas liegt in der regelmäßigen Überprüfung der einzelnen Fonds auf den Webseiten der Anbieter. Mit der Anzahl der besparten Produkte wird dies sehr aufwändig. Komfortabler ist hier das Morningstar X-Ray, das nach dem Anlegen eines Musterdepots genutzt werden kann. Auf einen Blick gibt das X-Ray fondsübergreifend Auskunft etwa über regionale Schwerpunkte, Sektorengewichtungen oder Anlagestile.
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