Die Highlights der Indexwoche: ETF Times
Unsere Kolumne zu börsengehandelten Indexprodukten für die Woche 6. bis 10.2.2012.
Marktbericht
Es ist wahrscheinlich wenig überraschend, dass Griechenland wieder eines der Hauptthemen der Woche für Investoren war. Die andauernden Verhandlungen zur Finanzhilfe der Griechen nagte unter der Woche zunehmend an der Stimmung der Marktteilnehmer, nachdem das hochverschuldete Land eine Frist nach der anderen verstreichen ließ. Bei den Verhandlungen ging es um zusätzliche Sparmaßnahmen des Landes, um die nächste Tranche der Troika von 130 Milliarden Euro zu erhalten. Anfang der Woche konnten sich die Länder auf Sparmaßnahmen in Höhe von 1,5% des BIP einigen. Knackpunkt der Verhandlungen war jedoch die geforderte Absenkung des Mindestlohns und die Streichung des Weihnachts- und Urlaubsgeldes. Ende der Woche wurde dann zwar Entwarnung gegeben und eine Einigung erzielt. Jedoch konnten sich die Finanzminister in der Nacht zum Freitag nicht über die Hilfe einigen, da die Voraussetzungen hierzu nicht völlig erfüllt sein sollen. Händlern zufolge ist eine geordnete Insolvenz Griechenlands jedoch bereits in den Märkten eingepreist.
Bereits vor der Bekanntgabe gaben sowohl die EZB als auch die BOE an, den Leitzins unverändert bei 1,00% bzw. 0,5% zu belassen. Außerdem flutete die BOE den Markt mit weiteren 50 Milliarden Britischen Pfund (GBP) und kommt nun auf insgesamt 325 Milliarden GBP.
Wie bekannt wurde, stockte der deutsche Exportmotor im Dezember. Laut der Behörde Destatis gingen die Exporte saisonbereinigt im letzten Monat 2011 um 4,3% zurück, nachdem diese im November noch um 2,6% gestiegen waren. Importe sind im selben Monat um 3,9% zurückgegangen. Obwohl infolgedessen der Handelsüberschuss leicht zurückging, konnte der Leistungsbilanzüberschuss im Dezember um 4,6 Milliarden auf 19,3 Milliarden Euro zulegen. Exportunternehmen sehen in den Zahlen einen klaren Rückgang in den Bestellungen innerhalb der Eurozone, und es ist abzuwarten, in wieweit dies von den Schwellenländern kompensiert werden kann. Über das Jahr hinweg sind die Exporte jedoch um 11,4% und die Importe um 13,2% gestiegen. Außerdem konnte erstmals im Jahre 2011 die Exportmarke von 1 Billionen Euro geknackt werden.
In Frankreich bringt der Rettungsschirm die Verschuldung des Landes Schätzungen zufolge dieses Jahr auf 89,1% des BIP. Gleichzeitig konnte das Haushaltsdefizit 2011 auf 90,8 Milliarden Euro reduziert werden, nachdem es 2010 noch bei 148,8 Milliarden Euro gelegen hatte. Die zweitgrößte Volkswirtschaft des Euroraums konnte zudem am Montag erfolgreich Anleihen im Wert von 8,25 Milliarden Euro auf dem Markt platzieren.
In Spanien sank die Industrieproduktion im Dezember um 3,7%, nachdem sie im November noch um 7% zurückgegangen war. Zudem schrumpfte die spanische Wirtschaft im vierten Quartal 2011 um 0,3%.
In den US gab es wieder erfreuliche Arbeitsmarktdaten. Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen letzte Woche um 15.000 auf 358.000. Erwartet worden war ein Anstieg um 3.000 auf 370.000. Jedoch wurden die Zahlen der Vorwoche von 367.000 auf 373.000 nach oben angepasst.
In Japan ist der Leistungsbilanzüberschuss 2011 im Rekordtempo zurückgegangen. Der Überschuss brach um 43,9% ein und markierte damit den stärksten Rückgang (relativ) seit mindestens 1986. Die starke Währung machte den Exportunternehmen zu schaffen. Zudem hatte das Land mit steigenden Energiepreisen zu kämpfen, da es zunehmend Energie im Zuge des Tsunamis importieren muss.
In China fiel die Inflation im Januar mit 4,5% etwas höher aus als erwartet.
ETF Markt
Zur Abwechslung war diese Woche eine recht Ruhige in Bezug auf den ETF Markt in Deutschland.
Gewinner – Verlierer der Woche
Unter den Gewinnern finden sich diese Woche insbesondere griechische Aktien und Industriemetalle. Nachdem die Aktien seit einem Jahr im freien Fall sind, greifen Investoren seit Mitte Januar in Griechenland zu, in der Hoffnung, dass die Kurse einen Boden gebildet haben und die Schuldenkrise bereits in den Aktienmarkt eingepreist ist.
Unter den Verlieren befinden sich hauptsächlich Rohstoffe und vereinzelte Schwellenländer, wie Indonesien-Aktien, die unter der schwächelnden chinesischen Wirtschaft leiden dürften.

ETF Markt – Neuemissionen
Diese Woche gab es lediglich drei neue ETFs in Europa, nachdem im Januar doch recht fleißig neue Produkte an den Markt gebracht wurden.
State Street listete einen Bond-ETF auf Junk-Bonds an der Deutschen Börse. Der SPDR Barclays Capital Euro High Yield Bond ETF gibt dem Investor Zugriff auf die Wertentwicklung hochverzinslicher, auf Euro lautenden Unternehmensanleihen von Emittenten innerhalb oder außerhalb der Eurozone. Sogenannte Junk-Bonds sind Anleihen mit einer Bonität unterhalb von Investment-Grade (BBB) und sind daher mit höheren Ausfallrisiken behaftet als Papiere mit höherer Bonität. Die Restlaufzeit der Anleihen beträgt weniger als 15 Jahre.
ComStage bietet als erster Emittent einen gehebelten ETF auf Schwellenländer an der Deutschen Börse an. Der MSCI Emerging Markets Leveraged 2x Daily Net Index bietet Zugriff auf Aktienmärkte der Schwellenländer mit einem zweifachen Hebel. Investoren sollten jedoch die Struktur dieser Produkte genau verstehen, bevor sie ein Investment tätigen. Mehr zum Thema Hebelprodukte können sie hier lesen.
Source hat in Zusammenarbeit mit J.P. Morgan einen Voltilitäts-ETF an der Londoner Börse gelistet. Der zugrunde liegende Basiswert ist ein von J.P. Morgan konzipierter systematischer Index zur gezielten Positionierung in Volatilität.







