Swap-ETFs machen bei Schwellenländern das Rennen
Amundi und Lyxor liegen vorn, iShares schlägt sich wacker: die wöchentliche Morningstar-Spread-Analyse.
Doch das ist nur ein Teil des Bildes. Bei ETPs kommen Handelskosten hinzu, die im Gegensatz zu den Ausgabeaufschlägen von aktiven Fonds sehr stark schwanken und für die meisten Anleger weitgehend unbekannt sind. Insofern gibt die Gesamtkostenquote TER nicht das gesamte Bild der ETP-Kosten wider. (Lesen Sie hier mehr zum Thema "Kosten für ETP-Anleger").
Um Anlegern ein besseres Bild über die Zusatzkosten von ETPs zu geben, liefern wir Ihnen jede Woche einen Überblick über den durchschnittlichen Spread einer ausgewählten Morningstar-Produktkategorie. Der Spread ist die Spanne zwischen An- und Verkauf eines Produkts, die sowohl im börslichen als auch im außerbörslichen Handel entstehen. (Zusätzlich zu den Spreads fallen beim Börsenhandel Brokerkosten an, die von Bank zu Bank stark variieren können.)
In dieser Woche haben wir uns Schwellenländer-Aktien-ETFs vorgenommen. Erfasst wurde der Durchschnitt der Handelsspannen an den fünf Handelstagen 12. bis 18. Januar. Ausgewertet wurden die Kosten von 18 Produkten am Markt.
Sie finden in der Tabelle eine Auswahl an ETFs, die Indizes für Schwellenländeraktien abbilden, sortiert nach den niedrigsten Handelsspannen. Diese entscheidende Information finden Sie in der zweiten Spalte von rechts in der Tabelle unter der Überschrift „5-Tages-Durchschnitt“. Hintergrund: Wir wollten Tagesausreißer vermeiden und haben deshalb bei der Spread-Berechnung den Durchschnitt der zuletzt verfügbaren Handelsdaten verwendet. Das umfasst die letzten fünf Handelstage per Börsenschluss zum 18. Januar. Den Durchschnitt der täglichen Spreads finden Sie weiter links in der Tabelle, Tag für Tag. Die Information, an welcher Börse die besten Werte berechnet wurden, finden Sie weiter links. Um zu verdeutlichen, wie wichtig es für Investoren ist, die Handelsspannen als Kostenfaktor in Rechnung zu stellen, haben wir nachrichtlich die Gesamtkostenquote der jeweiligen Fonds in der äußersten Spalte rechts aufgeführt.

Wie aus der Tabelle oben hervorgeht, haben synthetisch replizierende ETFs einen klaren Vorteil bei der Abbildung von Schwellenländer-Indizes gegenüber ETFs, die physisch replizieren. Die drei ETFs mit den engsten Spreads sind ETFs, die die Index-Performance mit Swaps abbilden. Die Produkte von Amundi, Lyxor und db-X-trackers weisen Fünftages-Durchschnitts-Spreads von unter 10 Basispunkten auf. Auffällig ist dabei, dass die engsten Spreads von Amundi in Paris gestellt wurden. Der Spread der Euro-Tranche des Amundi ETF MSCI Emerging Markets weist einen minimalen Wert von nur einem Basispunkt auf. Die US-Dollar-Tranche des Amundi-Produkts folgt mit zwei Basispunkten und liegt damit gleichauf mit dem Lyxor-ETF, ebenfalls auf den MSCI Emerging Markets, der auf Xetra ebenfalls nur eine Handelsspanne von 2 Basispunkten aufweist. (An der SWX in Zürich ist der Spread mit 6 Basispunkten bereits höher.)
Von den Anbietern voll replizierender ETFs kann bei Spreads nur iShares mithalten. Der ausschüttende iShares MSCI Emerging Markets hatte in der Handelswoche vom 12. bis 18. Januar an der Euronext in Amsterdam nur eine Spanne von 6 Basispunkten. Als zweitbester Wert eines physischen Indextrackers lag ein Produkt von State Street, das einen Spread von reichlich 21 Basispunkten aufwies. Allerdings handelt es sich hier um einen Strategie-ETF auf den S&P Emerging Markets Dividend und nicht um einen ETF auf den ansonsten dominierenden MSCI-Index.
Bei den physisch replizierenden ETFs handelt es sich allerdings nicht um Produkte, die den gesamten MSCI Emerging Markets Index kaufen. Angesichts der Tatsache, dass im Index Aktien 820 Aktien enthalten sind, replizieren physische ETFs vor allem aus Kostengründen den Index, indem sie eine repräsentative Auswahl treffen. Dies kann insbesondere in volatilen Marktphasen zu höheren Tracking Errors führen.
Ein erklärungsbedüftiges Bild liefern die ETFs ab Platz 14 der Tabelle. Mit Spreads von mehr als 40 Basispunkten sind die Handelskosten relativ hoch. Bei den ETFs auf Platz 14 und 15 sind die Spreads deshalb so hoch, weil der Index MSCI EmergingMrkts SmallCap ein Nebenwerteindex ist und die Aktien deshalb nicht so liquide wie die größeren Werte im MSCI Emerging Markets. Anders indes die Produkte von ETFlab und HSBC, die Platz 17 und 18 einnehmen. Sie tracken den MSCI- Standardwerte-Index und weisen dennoch im Betrachtungszeitraum 106 beziehungsweise 518 Basispunkte aus.
HINWEIS: Der tägliche Spread stellt den Durchschnitt aller Spreads während eines Handelstages dar. Die Berechnung basiert auf Echtzeitdaten. Zwischenberechnungen werden dann ausgelöst, wenn ein neuer Best-Ask oder Best-Bid erhalten wird. Solange es auch einen entsprechende Bid oder Offer an diesem Tag gibt, wird ein Spread berechnet. Im Umkehrschluss wird für Wertpapiere dann kein Spread berechnet, wenn es sowohl keinen Bid- als auch Offer-Preis gibt. Morningstar erfasst zudem die Zahl der Beobachtungspunkte.






