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Das Morningstar (Sterne) Rating im Überblick

Uns erreichen immer wieder Anfragen zum quantitativen Morningstar Rating, das auch als „Sterne-Rating“ bekannt ist. Wir gehen im Frage-Antwort-Format auf Hintergründe, Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten der Ratings ein.

Ali Masarwah 06.07.2016

Seit wann wird das Morningstar Sterne Rating berechnet? 

Das Morningstar Rating, häufig auch als „Sterne-Rating“ bezeichnet, existiert in Europa seit 2001 und hat sich bereits kurz nach seiner Einführung als beliebtes Tool für Anleger etabliert. In den USA existiert das Rating deutlich länger. Es wurde für den US-Fondsmarkt erstmals 1985 berechnet. 

Was leistet dieses Rating? 

Das Sterne-Rating ist ein quantitatives Bewertungssystem. Es bietet einen anwenderfreundlichen Weg, die historische Wertentwicklung von Fonds mit ähnlichen Anlagezielen unter Berücksichtigung von Kosten und Risiken zu vergleichen und bildet die Grundlage für weiterführende Analysen. Für das Morningstar Rating vergleichen wir Fonds europaweit. 

In welchem Kontext werden Fonds miteinander verglichen? 

Ausgangspunkt der Ratings sind die Morningstar Fondskategorien. Für ein Rating kommen grundsätzlich alle Fonds innerhalb ihrer jeweiligen Morningstar Kategorie infrage, sofern die Kategorien nicht, wie beispielsweise Geldmarktfonds oder alternative Strategien, explizit von der Rating-Vergabe ausgeschlossen sind. Es handelt sich also über ein relatives Rating, mit dem das Rendite-Risiko-Profil ähnlicher Fonds verglichen wird. Darüber hinaus müssen die Fonds über eine Historie von mindestens drei Jahren verfügen. Das Morningstar Rating wird in Form von einem bis fünf Sternen vergeben, wobei fünf Sterne für das beste Rating stehen (siehe auch weiter unten). Die Aktualisierung der Ratings erfolgt auf monatlicher Basis. 

Was hat es mit den Morningstar Kategorien auf sich? 

Die Morningstar Kategorien erfassen Fonds mit ähnlichen Anlagezielen. Die Kategorisierung fußt primär auf den tatsächlichen Portfolioinhalten. Die Portfoliodaten auf Einzeltitelebene werden direkt von den jeweiligen Fondsgesellschaften erhoben und bei Morningstar verarbeitet, um die Vergleichbarkeit von Fonds sicherzustellen. Unser Ansatz basiert auf der Erfahrung, dass angegebene Anlageziele und Fondsnamen oft nicht aussagekräftig genug sind, um eine zuverlässige Kategorisierung zu gewährleisten. Unser europäisches Kategoriensystem umfasst derzeit mehr als 350 Kategorien, in denen über 110.000 Anteilsklassen bzw. 40.000 Fonds eingruppiert sind. Der Großteil davon entfällt auf Aktien- und Anleihekategorien. Darüber hinaus existieren unter anderem Kategorien für alternative Investmentstrategien, Rohstoffe oder Immobilien. Ein Überblick über alle Kategorien und deren Definition finden Sie in diesem Methodologie-Dokument

Was für Informationen werden zur Berechnung der Sterne-Ratings herangezogen? 

Das Morningstar Rating für Fonds basiert auf der Berechnung des Morningstar Risk-Adjusted Return. Neben den laufenden Kosten der Fonds, die bereits in den Fondsanteilspreisen berücksichtigt sind, fließen Anund Verkaufsgebühren mit ein. Hier werden die Ausgabe und Rücknahmeabschläge laut Verkaufsprospekt zugrunde gelegt (maximal 5% für Aktien- und Mischfonds sowie maximal 3% für Anleihefonds). Für ETF wird bei der Rating-Berechnung eine fiktive Gebühr von 0,2% für den An- und Verkauf an der Börse angesetzt, die vergleichbar ist mit dem Ausgabeaufschlag. Die Risikoeinschätzung der Fonds basiert auf der Erwartungsnutzentheorie. Diese Theorie legt die Annahme zugrunde, dass Anleger konstante Wertentwicklungen gegenüber stark schwankenden bevorzugen. Anders ausgedrückt: Die meisten Anleger agieren risikoavers. Unsere Formel belohnt Fonds mit stabilen langfristigen Wertentwicklungen. Abzüge gibt es insbesondere für Verlustrisiken (Downside Risk). Für die Vergabe der Sterne-Ratings werden die Fonds gemäß ihres Morningstar Risk-Adjusted Return sortiert und die Ratings anhand folgender (Normal-)Verteilung zugewiesen: den besten 10% Fonds erhalten fünf Sterne, die schlechtesten 10% bekommen einen Stern, die nachfolgenden jeweils 22,5% besser bzw. schlechter bewerteten Fonds erhalten vier bzw. zwei Sterne, und die mittleren 35% erhalten drei Sterne.  

Erhalten die multiplen Anteilsklassen desselben Fonds auch dasselbe Rating?

Nicht unbedingt. Grundsätzlich erhält jede Anteilsklasse eines Fonds ein eigenes Morningstar Rating, sofern es die Kriterien dafür erfüllt (siehe oben). Auch wenn das Fondsportfolio für alle Anteilsklassen identisch ist, kann es zu Unterschieden in der Wertentwicklung aufgrund unterschiedlicher Kostenstrukturen, Auflegungszeitpunkte oder der Absicherung von Fremdwährungsrisiken kommen. Letzteres kann dazu führen, dass sich unterschiedliche Tranchen des identischen Fonds in unterschiedlichen Morningstar Kategorien wiederfinden. Bei unterschiedlichen Tranchen, die sich innerhalb der identischen Kategorie befinden, wird bei der Einordnung der Ergebnisse auf der Ratingskala jede Anteilsklasse nur als Bruchteil in die Auswertung einbezogen, um zu verhindern, dass ein Fonds mit mehreren Anteilsklassen ein überproportional hohes Gewicht innerhalb der Kategorie erhält. 

Erhalten alle Fonds ein Rating? 

Nicht unbedingt. Eine Reihe von Faktoren schließt ein Rating aus, so z.B.: Der Fonds existiert seit weniger als drei Jahren. Ausreichende Informationen für eine verlässliche Kategorisierung sind nicht erhältlich. Der Fonds hat schwerwiegende und langfristige Veränderungen in der Anlageausrichtung vorgenommen, wodurch die Wertentwicklungshistorie irrelevant wird. Einzelne Kategorien sind aufgrund ihrer Heterogenität von der Rating-Vergabe ausgeschlossen. 

Wofür sollten Anleger das Morningstar Rating einsetzen? 

Das Morningstar Rating hilft Anlegern dabei, sich einen Überblick über die für sie interessanten Kategorien und Fonds zu verschaffen. Es stellt eine Ausgangsbasis für weitergehende Analysen dar und sollte nicht als alleinige Basis für Investitionsentscheidungen herangezogen werden. Qualitative Aspekte, wie zum Beispiel Fondsmanagerwechsel, Änderungen auf Unternehmensebene, oder ein neuer Investmentprozess werden nicht vom Morningstar Rating erfasst. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass die Rating-Ergebnisse eines Fonds auf den Leistungen eines Managers beruhen, der nicht mehr für den Fonds verantwortlich ist. Ausgewählte Fonds bewertet Morningstar zusätzlich mit dem qualitativen, auch Manager-Interview-basiertem Morningstar Analyst Rating (lesen Sie hier mehr), das von den Morningstar Fondsanalysten vergeben wird und eine in Zukunft gerichtete Aussage über die Qualität eines Fonds trifft. Vor jeder Anlageentscheidung müssen Anleger jedoch zusätzlich stets ihre individuellen Vermögens- und Einkommensverhältnisse, ihre Risikotoleranz sowie ihre steuerliche Situation berücksichtigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht unbedingt. Grundsätzlich erhält jede Anteilsklasse eines Fonds ein eigenes Morningstar Rating, sofern es die Kriterien dafür erfüllt (siehe oben). Auch wenn das Fondsportfolio für alle Anteilsklassen identisch ist, kann es zu Unterschieden in der Wertentwicklung aufgrund unterschiedlicher Kostenstrukturen, Auflegungszeitpunkte oder der Absicherung von Fremdwährungsrisiken kommen. Letzteres kann dazu führen, dass sich unterschiedliche Tranchen des identischen Fonds in unterschiedlichen Morningstar Kategorien wiederfinden. Bei unterschiedlichen Tranchen, die sich innerhalb der identischen Kategorie befinden, wird bei der Einordnung der Ergebnisse auf der Ratingskala jede Anteilsklasse nur als Bruchteil in die Auswertung einbezogen, um zu verhindern, dass ein Fonds mit mehreren Anteilsklassen ein überproportional hohes Gewicht innerhalb der Kategorie erhält.

 

Erhalten alle Fonds ein Rating?

 

Nicht unbedingt. Eine Reihe von Faktoren schließt ein Rating aus, so z.B.: Der Fonds existiert seit weniger als drei Jahren. Ausreichende Informationen für eine verlässliche Kategorisierung sind nicht erhältlich. Der Fonds hat schwerwiegende und langfristige Veränderungen in der Anlageausrichtung vorgenommen, wodurch die Wertentwicklungshistorie irrelevant wird. Einzelne Kategorien sind aufgrund ihrer Heterogenität von der Rating-Vergabe ausgeschlossen.

 

Wofür kann ich das Morningstar Rating einsetzen?

 

Das Morningstar Rating hilft Anlegern dabei, sich einen Überblick über die für sie interessanten Kategorien und Fonds zu verschaffen. Es stellt eine Ausgangsbasis für weitergehende Analysen dar und sollte nicht als alleinige Basis für Investitionsentscheidungen herangezogen werden. Qualitative Aspekte, wie zum Beispiel Fondsmanagerwechsel, Änderungen auf Unternehmensebene, oder ein neuer Investmentprozess werden nicht vom Morningstar Rating erfasst. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass die Rating-Ergebnisse eines Fonds auf den Leistungen eines Managers beruhen, der nicht mehr für den Fonds verantwortlich ist. Ausgewählte Fonds bewertet Morningstar zusätzlich mit dem qualitativbasierten Morningstar Analyst Rating (lesen Sie hier mehr), das von den Morningstar Fondsanalysten vergeben wird und eine in Zukunft gerichtete Aussage über die Qualität eines Fonds trifft. Vor jeder Anlageentscheidung müssen Anleger jedoch zusätzlich stets ihre individuellen Vermögens- und Einkommensverhältnisse, ihre Risikotoleranz sowie ihre steuerliche Situation berücksichtigen.

 

Über den Autor Ali Masarwah

Ali Masarwah  Ali Masarwah ist als Chefredakteur für die deutschsprachigen Seiten von Morningstar verantwortlich.